AUSZEIT NEUSEELAND ERFAHRUNGSBERICHTE
Praktikum in Neuseeland Erfahrungsbericht
von Marie-Claire R. – Praktikum und Gastfamilie in Wellington 2009/2010
Also erstmal hatte ich mit Ocular Films in Wellington den besten Praktikumsplatz überhaupt. Ich hatte sehr viel Spaß, habe sehr viel gelernt, was das Filmemachen angeht, und die Leute waren "just awesome"!
Meine Gastfamilie war sehr nett und ich habe einige schöne Dinge mit ihnen erlebt, allen voran Weihnachten und Silvester. Da meine Gastmutter als Kunstlehrerin arbeitete, habe ich außerdem das neuseeländische Schulleben kennenlernen können, was sehr schön war. Zudem habe ich einige tolle Jongleure kennengelernt (ich jongliere selbst seit einigen Jahren) und war mit ihnen sogar auf der "New Zealand Juggling Convention" in Levin.
Wellington ist wie eine zweite Heimat für mich geworden. Ich habe mich dort immer sehr wohl gefühlt, vor allem, weil ich schon immer am Meer wohnen wollte, und weil es dort so viele Kulturangebote gibt, wie das Te Papa Museum.
Die Tage in Queenstown und meine Fahrt mit dem "Overlander" von Wellington nach Auckland, wo ich die letzte Woche vor meinem Rückflug verbrachte, habe ich auch sehr genossen. Die Landschaft, vor allem der Milford Sound und die Southern Alps, ist einfach atemberaubend, und mein Ausflug zum "Hobbiton" Set war für mich als "Herr der Ringe"-Freak eine besondere Erfahrung.
Alles in allem war es eine unvergessliche Zeit für mich. Ich bin so viel selbstständiger, offener und toleranter geworden und habe einige großartige Menschen kennengelernt. Mittlerweile bin ich wieder in Deutschland, aber ich denke immer noch täglich an Neuseeland und vermisse alles total - Wellington, die Leute, das Meer und die Mentalität der Menschen. Ich hätte nicht gedacht, dass sechs Monate so schnell vorbeigehen können, und hoffe, dass ich bald wiederkommen kann.
Leider habe ich es nie bis nach Nelson geschafft, um das Study Nelson Team persönlich kennen zu lernen, aber ich habe mich gut betreut gefühlt und bin sehr dankbar, dass Auszeit Neuseeland die Gastfamilie und den super Praktikumsplatz für mich gefunden hat!
WWOOFing in Neuseeland Erfahrungsbericht
Von Linda L. – WWOOFing/Farmstay in Motueka und Blenheim 2010
Was tut man, wenn man zwei Monate Zeit hat und noch keine festen Pläne? Reisen, arbeiten, „herumhängen“…oder aber Träume erfüllen, für die man nicht immer Zeit hat?
Nachdem ich mein Referendariat im Januar beendet habe, stand ich genau vor dieser Frage, denn ich hatte meinen ersten Job an der Schule erst nach den Osterferien fix in der Tasche. Nach schnellem Hin- und Herüberlegen habe ich mich spontan entschieden, für zwei Monate nach Neuseeland zu gehen, um dort Land und Leute besser kennen zu lernen.
Bei meinen Planungen hatte ich das Glück, auf „Auszeit Neuseeland“ zu stoßen. Das Auszeit Neuseeland Team hat mich in kürzester Zeit auf alles perfekt vorbereitet, meine Wünsche berücksichtigt, Farmen für meinen WWOOFing-Trip organisiert und alles, was sonst noch anstand.
So konnte ich beruhigt meine Koffer packen, nach Neuseeland fliegen und meine Zeit genießen. Aber was sollte tatsächlich auf mich zukommen? WWOOFing, was bedeutete das eigentlich genau? Beim WWOOFing hat man die Chance, auf einer biologisch geführten Farm zu arbeiten. Etwa vier Stunden am Tag für Kost und Logis. So bleibt einem genügend Zeit, auch neben der Arbeit genug von der Umgebung zu sehen und die Familien kennen zu lernen. Von den insgesamt acht Wochen habe ich ca. fünf Wochen auf zwei verschiedenen Farmen im Norden der Südinsel verbracht.
Die erste Farm (nahe Motueka) wurde von einer deutschen Auswandererfamilie geführt. Ein riesiges Grundstück mit Obst- und Gemüseanbau, Hühnern und Rindern. In dieser Zeit habe ich viele verschiedene Arbeiten kennen lernen dürfen: Bäume/Büsche schneiden, Früchte ernten, Obst trocknen, Kochen, die Familie im Haushalt unterstützen, Hühner und Kühe versorgen,…und das alles in endloser Weite, südsommerlicher Wärme und fast unberührter Natur.
Da die Wochenenden frei sind, habe ich die Zeit genutzt, die schönsten Ecken Neuseelands zu sehen. So habe ich beispielsweise eine wunderschöne geführte Kajak- und Walkingtour in den Abel Tasman Nationalpark gemacht. Von Samstag bis Sonntag mit Übernachtung auf einem Hausboot. Tagsüber paddelt oder läuft man an den schönsten und einsamsten Buchten vorbei, während man abends die Milchstraße über dem Meer bestaunen kann. Ein einmaliges Erlebnis, welches ich nur weiterempfehlen kann!!!
Anderer Dienst im Ausland (ADiA) / Zivildienst in Neuseeland Erfahrungsbericht
von Klemens B. - ADiA in Nelson 2008/2009
Dank des ADiA kam ich von August 2008 bis August 2009 in den Genuss eines Auslandsjahres in Neuseeland – trotz Zivildienst und ohne zusätzlichen Zeitverlust. Spitze!
Wer also zu den Unglückseeligen gehört, die keinen Wehrdienst leisten möchten und nicht wegen einer krummen Zehe ausgemustert wurden, der sollte kurz hier verweilen.
Meine Möglichkeit den ADiA in Neuseeland anzutreten, bestand in Nelson. Unter Obhut von Study Nelson/Auszeit Neuseeland und V.I.A. e.V., der Trägerorganisation in Deutschland, bin ich an die IDSS vermittelt worden. Selbiger Betreuungsservice für geistig behinderte Menschen steht unter dem Schirm des Nelson Marlborough District Health Board. Durch die Auflösung der großen Einrichtungen wurden in und um Nelson eine Vielzahl von Wohngemeinschaften – sogenannte Community Homes - für geistig Behinderte geschaffen.
Die Community Homes beherbergen bis zu fünf Klienten – wie der Neuseeländer zu sagen pflegt – und meist zwei Betreuer pro Schicht. Je nach Haus variieren die Fähigkeiten der Klienten. So gibt es Häuser, in denen die Patienten sehr selbstständig leben und wieder andere, in denen eine umfassende Unterstützung benötigt wird. Das Hauptziel ist und bleibt jedoch, ein Leben in einem möglichst gewöhnlichen Zuhause zu schaffen.
Zu meistern waren dementsprechend Waschen, Putzen, Waschen, Kochen, Wäsche falten, Waschen, Wäsche falten ... Hört sich viel an, war nach kurzer Eingewöhnungsphase aber alles im Handumdrehen erledigt. Spätestens hier lernst Du also, was Mutti Dir seit Jahren verzweifelt einzutrichtern versucht. Ansonsten stand Unterstützung bei Körperhygiene, Toilettengängen, Kleidung, Medikation usw. auf dem Programm - sprich bei allen kleinen oder großen Katastrophen und Freuden des Alltags.
Je nach den Fähigkeiten und Willen der Klienten waren auch Spaziergänge, Shoppingstunden, Kaffee und Picknickausflüge möglich und erwünscht. Von Montag bis Freitag gehörte außerdem der Transportservice zu meinen Aufgaben – nachdem ich die IDSS interne Fahrprüfung bestanden hatte. In schicken oder weniger schicken Gefährten kutschierte ich meine Klienten u.a. zu Musik-, Schwimm-, Koch- und Wandergruppen.
Alles in Allem kein schwerer, unmachbarer Job. Kleinere Hürden gab es allerdings – wie überall – auch hier. Ein dickes Fell kann auf jeden Fall nicht schaden, schon gar nicht im neuseeländischen Winter.
Anderer Dienst im Ausland (ADiA) / Zivildienst in Neuseeland Erfahrungsbericht
von Marcel M. - ADiA in Nelson 2009/2010
Seit Jahren stand für mich fest, dass ich nach dem Abitur gerne ins Ausland gehen wollte. Mein Wunschland war Neuseeland, da kein anderes Land weiter von Deutschland entfernt ist und ich keine "halben Sachen“ machen wollte. Wenn schon weg, dann richtig, dachte ich mir.
Ab Juli 2009 arbeitete ich dann an einer Schule, genauer gesagt am Nelson College in, wie der Name schon sagt, Nelson. Nelson ist die fünftgrößte Stadt (ca. 50.000 Einwohner) Neuseelands ganz im Norden der Südinsel. Die Schule liegt am Rande des Stadtkerns auf einem kleinen Hügel, sodass man von hier aus über die Stadt auf‘s Meer blicken kann.
Auf dem Schulgelände befinden sich drei Internatshäuser, die jeweils ca. 60 Schüler beherbergen und in einem davon wohnte und arbeitete ich auch. Mein Aufgabenbereich umfasste die Betreuung der Internatsschüler, Nachhilfe geben, Schülern im Unterricht helfen und Bürotätigkeiten im Sekretariat erledigen. Allerdings muss ich sagen, dass ich mir die Arbeit im Internat, also die Aufsicht, mit einer anderen Person teilte und daher immer noch genug Freizeit übrig blieb.
Diese habe ich dann auch genutzt und war mit meiner Freundin von Freitagmorgen bis Sonntagabend auf einem Roadtrip. Unser Roadtrip hat uns 800 km entlang der Nord- und Ostküste und durch‘s Landesinnere geführt. Auch wenn wir nur einen kleinen Teil Neuseelands abgedeckt haben, haben wir so viele verschiedene Landschaften gesehen, dass uns manchmal der Atem gestockt ist. In einem Moment fährt man noch an der Küste entlang, mit schneebedeckten Bergen auf der anderen Seite und im nächsten Moment gelangt man in einen Dschungel, um kurz danach oben auf einem Berg rauszukommen, von dem man dann eine grüne Landschaft erblickt, die an das Auenland aus "Herr der Ringe" erinnert.
Ich bin unter anderem auch in‘s Ausland gegangen, um meine Persönlichkeit weiterzuentwickeln und um neue Erfahrungen zu machen. Die vielen neuen Eindrücke haben mich definitiv geprägt.
Cook Islands Reisebericht
von Max F. – Praktikum in Auckland und Work and Travel 2008/2009
Ich hatte schon sehr bald ein mulmiges Gefühl, da ich den Flug von Auckland nach Rarotonga (Cook Islands) etwas vorschnell gebucht hatte. Dezember ist auf den Cook Islands Regenzeit mit starken Gewittern, wie ich im Internet nachgelesen hatte, doch da war der Flug schon gebucht… „Egal”, dachte ich mir, „solange es nicht die ganze Woche durchregnet, bin ich zufrieden”. Die Unterkunft war auch schnell gebucht und so konnte es am 6. Dezember dann endlich losgehen. Eigentlich hat das Erlebnis schon am Gate 42 am Flughafen von Auckland angefangen, wo mit mir viele Einheimische “Islander” singend und tanzend in den Flieger eingestiegen sind. So wurde ich dann auch in Rarotonga empfangen: In der Ankunftshalle spielte ein Mann auf einer Gitarre Willkommens-Musik und man bekam Blumenketten umgehängt. Spätestens hier war mir klar, dass das ein besonderer Urlaub werden wird!
Auf der Fahrt im Bus zu meiner Unterkunft ist mir aufgefallen, dass die Leute sehr viel lachen und singen, trotz drückender Schwüle und tiefhängenden Regenwolken über der Insel. So verliefen die ersten zwei Tage, hohe Luftfeuchtigkeit und Gewitter, es war aber nie kalt, sondern immer angenehm warm. Zusammen mit einer Schwedin bin ich durch die Insel gewandert, die nur an der Küste bewohnt ist und im Innern aus Bergen und dichtem Dschungel besteht. Hier konnte man überall Bananen im Vorbeigehen pflücken und essen, was einfach nur unglaublich war, da ich gewohnt war, die Bananen im Supermarkt am Obstregal zu kaufen… Auch Schnorcheln ging im Regen gut, die Lagune, welche die Insel umgibt, war ruhig und die Sicht unter Wasser war sehr gut. Es kam mir fast so vor, als ob ich in einem Aquarium ausgesetzt worden wäre und war von den buntesten Fischen in allen Größen und Farben umgeben - ein unvergessliches Erlebnis!
Gewohnt habe ich in Muri Beach, an einem wunderschönen Strand mit vorgelagerten Inseln. In meinem Hostel herrschte eine lockere Atmosphäre, man lernte Leute aus der ganzen Welt kennen, aber auch Schwaben, die eigentlich nur um die Ecke von zuhause wohnen. Als am dritten Tag dann die Sonne vom Himmel knallte, habe ich mich entschieden, ein Kajak zu mieten und raus auf die Lagune zu fahren, um die Inseln zu erkunden. Das Wasser war wirklich kristallklar und türkisfarben, wie auf einer Postkarte! Hier gab es Kokosnüsse im Überfluss, die nur darauf gewartet haben, mitgenommen zu werden… Es gibt nichts besseres als frische Kokosmilch! Kokosmilch wird auch bei der Gabenbereitung im Gottesdienst gereicht, zusammen mit Toastbrot. Einen Gospel-Gottesdienst sollte jeder, der auf die Cook Islands fliegt, einmal miterlebt haben - es lohnt sich, man wird hinterher noch ins Gemeindehaus zum Essen eingeladen und kommt mit den Einheimischen ins Gespräch.
Die nächsten Tage verbrachte ich mit Schnorcheln, Kajaken und Schwimmen im Meer, was bei der Farbe des Meeres einfach wahnsinnig war! Auch meinen Rollerführerschein für die Cook Islands habe ich gemacht, wobei ich einfach nur einmal um den Block fahren musste, was kein Hexenwerk war. Ein Muss auf den Inseln ist eine “Island Night”. Hier bekommt man zu einheimischem Essen eine Tanzvorführung, was sehr imposant war. Wer allerdings nicht von den “Hula-Hula-Mädchen” auf die Bühne zum Mittanzen genommen werden will, sollte sich besser nicht in die erste Reihe setzen ;-) Laute Trommelmusik und wackelnde Hüften - so schnell werde ich diese Nacht nicht vergessen!
Dank Kelly-Rose, der netten Betreiberin meines Hostels, habe ich noch die günstige Möglichkeit bekommen, für zwei Tage auf das von Rarotonga nördlich gelegene Aitutaki zu fliegen. Aitutaki ist neben Bora Bora das wohl schönste Atoll der Welt, mit einer gigantischen Lagune. Das Atoll ist touristisch kaum erschlossen, ich war immer der einzige Nicht-Einheimische, egal wohin ich auf der Insel gegangen bin. Gewohnt habe ich in einer typischen polynesischen Hütte auf Stelzen am Meer. Hier war das Wasser noch mal um Längen türkisfarbener und klarer als auf “Raro”, so stellt man sich das Paradies vor. Das Highlight war auf jeden Fall die “Lagoon-Cruise”. Man fährt mit einem Guide raus auf die Lagune, geht Schnorcheln, Schwimmen, grillt am Strand frischen Fisch oder erforscht die vielen kleinen Inseln in der Lagune auf eigene Faust.
Das war einfach nur fantastisch, fast schon unwirklich, da die Farben des Meeres so türkis und tiefblau sind!
Es ist dann auch dementsprechend schwer gefallen, Aitutaki wieder zu verlassen… Am 14. Dezember ging es dann von Rarotonga zurück in das verhältnismäßig kalte Auckland.
Der Urlaub war von Neuseeland aus nicht teurer als ein Billig-Pauschal-Urlaub auf Mallorca, aber sicher viel einzigartiger und unvergesslicher. Wenn man die Chance hat, auf die “Pacific Islands” zu fliegen, sollte man es auf jeden Fall machen! Ich werde meine Zeit auf “Raro” und Aitutaki nie vergessen!



